Datenverlust – Identitätsverlust?

PC-Absturz

Es ist mir passiert! Das Gefürchtete, das Schreckliche!

Ich setze mich morgens an meinen PC, um meine eMails zu checken. Das ist der normale Ablauf. Eine Tasse Tee neben mir, bereit, den Arbeitstag zu beginnen. Ja, ich habe immer wieder gehört, man solle als erstes „einen Frosch verspeisen“. Nun, nicht real, sondern eine besonders unangenehme Arbeit als erstes erledigen. So dass man stolz sein kann auf sich. Das wirkt dann den ganzen Tag stimmungsaufhellend auf die Psyche. Bei mir klappt das nicht.Solange ich nicht die eMails gecheckt habe, bin ich nicht bereit für einen Frosch. Sei er noch so klein.

Heut bekomm ich aber via eMails den Mega-Frosch vorgesetzt. Eher eine Kröte. Und eigentlich nicht wirklich durch die eMails, sondern dadurch, dass ich gar nicht an meine Mails herankomme.

Die Katastrophe

Der Bildschirm bleibt schwarz! Nein, nicht so ganz. Eine Meldung zeigt sich. Dass Windows nicht geöffnet werden kann.

Mein ganzer Tagesablauf ist gestört. Wie geht so ein Tag ohne PC? Wie war das denn damals „ohne“? Ich bin ja immerhin ca. 45 Jahre ohne Computer ausgekommen und ich habe überlebt! Und nicht so schlecht. Heute aber sitze ich hilflos vor dem schwarzen Bildschirm und überlege, was ich nun tun könnte.

Die Hoffnung

Meine Tochter hat nen Freund, der kriegt das wieder hin. Irgendwie überstehe ich den Tag, allerdings nicht so produktiv und effektiv, wie sonst. Ich bin aus der Bahn geworfen. Ich kann doch nicht mit der Hand weiter an meinem Buch schreiben. (Vor dem PC hatte ich ja wenigstens eine Schreibmaschine, sogar eine Elektrische.)

Am Abend kommt der Daten-Retter, wie gesagt, ein Freund meiner Tochter.  Er kommt nicht allein, er hat Verstärkung mitgebracht. Wohl eher zufällig, aber doch sinnvoll. Die beiden jungen Männer klicken abwechselnd auf der Tastatur meines kranken PCs herum, sprechen mir unverständliche Sätze und schütteln dann unisono den Kopf. Er ist echt krank, schwer krank.

Der Schweiß tritt mir auf die Stirn. „Könnt Ihr meine Daten retten?“ frage ich hoffnungsvoll. Sie wissen es nicht. D. h. es ist todkrank mein  Computerle. Denn wenn diese Experten, denn das sind die beiden, wie ich mitbekommen habe, nichts machen können, dann niemand.

Dem Himmel sei Dank, habe ich eine Daten-Sicherung gemacht, allerdings vor 6 Monaten. War das doch schon sooo lange her? Aber mein Buch, die Kapitel, die ich neu geschrieben habe, die habe ich auf einen Stick kopiert, jedes Mal! Darüber bin ich wirklich, wirklich, sehr, sehr dankbar.

Das Leben geht weiter

Ich habe noch ein kleines Mini Net-Book. Meinen „Mini-Ferrari“, wie ich es liebevoll nenne, denn es ist ferrari-gelb mit schwarzen „Renn-Streifen“.

Ich kann weiter an meinem Buch schreiben. Kann e-Mails empfangen, allerdings nur von einer eMail-Adresse, an die anderen komme ich nicht ran. Kann eMails verschicken, allerdings nur an die Menschen, die mir zuvor eine Mail geschickt haben, denn ich habe keine Adressen mehr. Ist jetzt meine Identität weg, so wie ich das scherzhaft zu sagen pflegte? Daten weg, alles weg? Ich bleibe erstaunlich gelassen. Ich schaffe es, das Positive an der Situation zu sehen. Morgens brauche ich viel weniger Zeit, meine Mails zu checken. Und die wirklich wichtigen kommen doch an. Ich bin viel weniger abgelenkt, denn mein Mini-Ferrari hat nicht so viel Spielereien im Programm, nicht so viel „hochspannende Informationen“ hochgeladen, die immer noch darauf warten, von mir gelesen und nach Möglichkeit auch noch umgesetzt zu werden.

Ich bin erstaunt über die heilsame Botschaft dieses Verlustes. Und ich bin froh, erkannt zu haben, dass es auch ein Leben jenseits des Computers für mich gibt.

Der Spezialist und PC Experte hat es geschafft, meinem PC wieder Leben einzuhauchen. Konnte noch irgendwo ein „altes XP“ auftreiben (weil ich damit doch so gut klar kam) und konnte die meisten Daten retten. Nur Outlook ist hinüber und die Liste weg (wo doch die Liste das wichtigste im Internet-Leben ist!!). Also, liebe Freunde, die Ihr wieder in mein Adressbuch kommen wollt, schreibt mir eine Mail, oder tragt Euch ein auf meiner Seite wildeMilde.com – ich freu mich, wenn wir weiter, oder wieder, oder neu in Kontakt sein können.

Und die Moral von der Geschicht‘

Mindestens einmal im Monat Datensicherung auf einer externen Festplatte und die ganz wichtigen Sachen sofort auf nem Stick speichern.

Und – sich klar machen, dass das Leben nicht nur im Internet stattfindet 😉 drum geh ich jetzt mal raus in die Sonne mit meinen Hunden – tschüüüüüssssss,

 

8 comments
Henk van der Wijk says November 28, 2011

Liebe Laura,

Sogar aus dem Gefürchteten und aus dem Schrecklichen schaffst du es einen unterhaltsamen Artikel zu schreiben! Gottseidank war die Katastrophe nicht das Ende der Welt. Ausserdem ist er für mich eine Warnung, die dazu veranlässt jetzt endlich eine externe Festplatte zu kaufen.

Liebe Grüsse,
Henk

    admin says November 28, 2011

    Lieber Henk,
    ja, das empfehle ich Dir, die Festplatte zu besorgen… und ich danke Dir sehr, für Deine lieben Zeilen und Deine Anerkennung, das hat mich sehr gefreut, lieber Henk…
    ich wünsche Dir einen stressfreien Tag,
    herzlichst,
    die Laura

Maria Haupt says November 28, 2011

Liebe Laura – ja das ist ein Schrecken – da muß ich ja auch schnell ans sichern gehen, aber wo ist bloss die externe Festplatte hin ……….. 🙂
Ja, wir haben einmal gut ohne PC, Internet, social medias, GPS etc. gelebt. Ohne GPS lebe ich immer noch gerne, lese gerne Karten und komm überall hin, wo ich will, aber ohne laptop zwei Tage wegfahren – fast – undenkbar. Schon eine wunderbare Erfindung, kommt an Waschmaschine, Spüli, etc. heran, die bekommen von mir auch einen Orden.
War heute auch schon mit dem (Enkel-)Hund draussen und habe das schöne Spätherbstwetter genossen.
Deine Website ist so super – find ich toll.

Liebe Grüße

Maria

    admin says November 28, 2011

    Liebe Maria,
    das hast Du richtig gesagt, dass das Internet schon eine super ERfindung ist… Aber zu bemerken, dass man nicht stirbt, wenn es mal paar Tage nicht da ist, war auch ne ganz gute Erfahrung 😉
    Ich danke Dir für Dein liebes Kompliment, freut mich total!!!
    Dir auch alles Liebe, Maria,
    servus,
    die Laura

Susanne Tröstl says November 28, 2011

Liebe Laura!
Ich kann dir das extreeem gut nachempfinden…furchtbarer Verlust. Aber du hast es äusserst amüsant beschrieben und ausserdem uns alle daran erinenrt, dass es auch mal ein Leben ohne Computer gab…auch wenn mans sich (besonders nach UIBC) kaum vorstellen kann ;o)
schönen Tag – Susanne

    admin says November 28, 2011

    Liebe Susanne,
    danke für Deine lieben Zeilen… ja, gerade, seit wir uns mit dem Internet Business beschäftigen, ist es noch „unmöglicher“ sich ohne Internet zu bewegen… aber für paar Tage gehts 🙂
    Alles Liebe für Dich, Susanne,
    die Laura

Eva-Maria Müller says November 28, 2011

Liebe Laura
ich weiss ja, dass du dich so schnell nicht unterkriegen lässt! Ich gratuliere dir zu deiner Gelassenheit beim PC-Gau. Wie du richtig bemerkst, ist im Leben nicht alles so wichtig, wie wir meinen. Das meiste ist ersetzbar. Manchmal braucht es eine Pause, manchmal einfach humor. So what? Das Leben geht weiter…
Ich wünsche dir trotz aller Hindernisse ganz viel Erfolg! Der steht dir zu.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz nach Bavaria
Eva-Maria

Judith Goeller says November 28, 2011

Liebe Laura,

da schreibst du mir glatt aus der Seele heraus – so ist es mir so ein manches Mal ergangen… 🙂

Und wie du schon sagtest: nichts für ungut 😉

Es geht weiter – und die externe Festplatte auf die Wunschliste für Weihnachten 2011 *zwinker*

Übrigens – ich lese immer mit voller Spannung dein Blog

Ganz lieb umarmt von
Judith

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