ich schreibe

richtig schreiben

Wörter gebärden sich manchmal störrisch wie ein kleines Kind in der Trotzphase.

Mein Buch

 

Mein Buch ist in der Endphase. Jetzt zählt jedes Wort beim Korrektur lesen. Und nicht nur, dass sich Tippfehler einfach zu verstecken scheinen und beim 4 ten mal Korrekturlesen (mit 6 Augen!!!) immer noch einer auftaucht. Nein, es tauchen auch auf einmal unmöglich verschlungene, völlig unverständliche Sätze auf, die ich garantiert nicht selbst geschrieben habe.

Wie schreibt man das bloss: Stühle, die mit Hussen:

verziert sind (??) drapiert sind ?? elegant behusst sind ?????????

Beim Schreiben

Bin ich im Fluss, strömen die Worte aufs Blatt, bzw. in den PC, wie das Wasser während der Schneeschmelze. Ich finde geniale Satzwendungen und wunderbare Wortstrukturen, die mich begeistern und ich bin sicher, alle Leser werden jubeln.

Der Lektor

Ich bekomme mein Buch vom Lektorat zurück und bin fassungslos: so viel Rot in meinem Text wie schon in der Schule in meinen Aufgaben. Hmmm…. ich lese die Anmerkungen wie: „unverständlich – nicht chronologisch – wann ist das denn passiert? – wo steckt denn der Opa?“ und die einerseits gemeinste und zugleich lustigste Anmerkung ist:

wirklich?“ und „HaHaHaHaHa“

Nun, ich kann tatsächlich darüber lachen und zwar lauthals. Und dann nehme ich meinen vernünftigen Menschenverstand zusammen und schreibe so, wie ich auch sprechen würde und siehe da, auf einmal ergibt es einen Sinn, ist flüssig zu lesen und spannend ist es auch, wie das Leben eben!

Buch download

Aber schreiben ist nicht alles, was man als angehender Autor können sollte. Eine Menge technische Fragen kommen ebenfalls auf mich zu. Was ist Kindle? Nun, diese Frage war schnell beantwortet und ist heute für mich keine Herausforderung mehr. Schon eher, wie bekommt man das Buch da hinein, in den Kindle? Und zwar am Besten noch vor der Veröffentlichung, um sich das ganze mal so anzusehen, wie es beim geschätzten online Leser ankommt. Auch das ist geglückt und ich bin wirklich berührt: mein erstes Buch! und jetzt lesbar auf dem Kindle! Ich fass es nicht. Aber ich fass es auch nicht, dass immer noch Fehler auftauchen und die Absätze teilweise viel zu lang sind.

Lektor werden

Ich überlege, den Beruf des Lektors zu erlernen. Lektoren werden echt gebraucht. Denn das kapiere ich jetzt: ich kann mein eigenes Buch nicht wirklich objektiv Korrektur lesen. Ich bin befangen und lese über die gleichen Fehler immer wieder drüber weg.  So bin ich glücklich, dass ich zwei so fantastische Lektorinnen habe, die sich nicht scheuen mir zu sagen, wenn ich geschraubt und unverständlich geschrieben habe.

Also kremple ich die Ärmel hoch, streiche ganze Passagen beherzt, kürze Sätze und verwerfe Wiederholungen.

Langsam verschwindet das viele Rot aus meinem Text und ich selbst spüre:

Ja, so wird es gut.

4 comments
Marion E. Jacob says Januar 16, 2012

Stühle, die mit (von) Hussen…
– bekleidet
– eingehüllt
– in Farbe / dezentes Elfenbein / … getaucht
– bedeckt
– veredelt
– unkenntlich gemacht
– vereinheitlicht
– verschönert
… sind ;-)))

VlGuB
von Marion

    admin says Januar 16, 2012

    hi, Marion,
    wie schön, von Dir zu hören…
    danke für Deine Ideen zu meinem Gedankenknopf bezüglich der Stühle, die „elegant behusst“ sind…
    wünsch Dir einen bezaubernden Abend..
    lieben Gruss,
    Laura

Livia says Januar 18, 2012

Liebe Laura,

ich hab schon als Lektorin gearbeitet: bei fremdem Text bekommt man Adleraugen, man gibt Herzblut, ernähren tut es einen mager, und andrerseits tanzt die eigene Feder noch bleifüssiger übers Blatt…
Du machst das GUUUUT 🙂
Weiterhin guten Mut und liebe Grüsse, Livia

    admin says Januar 18, 2012

    Liebe Livia,
    wie schön Du das schreibst… und danke Dir sehr, fürs Mut machen….
    Ich freu mich so auf mein erstes Buch, ich kann es Dir gar nicht beschreiben! und ich bin beim Schreiben des Zweiten….
    Der Schreib-Virus hat mich gepackt 🙂
    ich umarme Dich, wünsche Dir eine wundervolle Zeit auf bald,
    die Laura

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