Interview : Marcus Sammet trifft Laura Milde

MS: Erzähl uns doch erst einmal, wer Du bist und woher Du kommst.

LM: Ich bin Laura Milde, bekannt als die wilde Milde. Ich bin geboren in dem schönen Bad Reichenhall und bin ein Kind der Berge. Ohne meine Heimat verkümmere ich, das hab ich schon paarmal versucht: auszuwandern … das ging jedes Mal gründlich daneben. Jetzt bleib i da, wo i hin gehör, nämlich in meine bayerische Heimat. Ich ziehe bald um – im April 2015 – nach Hammer – und das ist der Hammer, dass der Ort tatsächlich so heißt … Mein ganzes Netzwerk lacht darüber, denn ich sag das oft, wenn mir was gefällt: „Das ist der Hammer!“ – und der Ort, der wirklich so heißt, liegt zwischen Inzell und Siegsdorf – im Kreis Traunstein – nicht weit von meiner Heimatstadt Bad Reichenhall und nach an Salzburg, wo ich ja auch gelebt und studiert habe. (ich habe Schauspiel studiert am Mozarteum in Salzburg).

MS: Wenn Du nur 5 Worte hast, um Dich selbst zu beschreiben. Was würdest Du sagen?

LM: wild natürlich 😉 aber auch milde und großzügig. Treu, sehr treu! und naturverbunden …

MS: Was hat Dich dazu bewegt, dieses Buch zu schreiben?

LM: Meine Seminarteilnehmer meinten immer wieder, DAS müsse ich alles aufschreiben …

MS: Beruht Dein Buch auf einer wahren Begebenheit?

LM: Ja, alles komplett wahr, nix dazu gedichtet … nur einiges, das zuuu gruselig war, weggelassen. Und ja, ich hab alle Namen aller Beteiligten geändert, außer meinem natürlich … ich wollte niemandem auf die Füße treten 🙂

MS: Welches ist Deine verrückteste Begegnung mit einem Leser gewesen (online oder real life)?

LM: eine Rezension einer Lady auf Amazon (ist auch nachzulesen) – sie meinte, ich sei zuuu naiv. Und ja, das kann ich nur bestätigen … aber nach Längerem darüber nachdenken kam ich zu dem Schluss, dass genau das auch mich ausmacht – dieses immer wieder vertrauen, nicht aufzugeben und immer wieder nur das Beste in den Menschen sehen.

MS: Hast Du ein Buch, welches ein sehr wichtiger und bedeutender Begleiter in einer Phase deines Leben war?

LM: Ja, ich hab immer viel aus Büchern gelernt … und eines war ein mega wichtiger Begleiter: „Gespräche mit Gott“ von Neal Donald Walsh. Das hat mich beflügelt, mich mehr mit Gott zu „unterhalten“ – und ja, ich habe Antworten bekommen – heute noch … mehr denn je … heute bin ich allerdings dazu übergegangen in der Bibel zu lesen – das ist so spannend, dass ich es gar nicht fassen kann, dass ich darauf erst so spät gekommen bin.

MS: Welches ist Dein Lieblingsbuch?

LM: Das ist eine lustige Frage für mich, denn es ist immer das mein Lieblingsbuch, das ich gerade lese … und oft geht es mir so, dass ich gleich noch 5 Bücher nachbestelle, weil mir Menschen einfallen, die dieses Buch auch uuuunbedingt lesen sollten/wollten. Zurzeit lese ich „Die Sinn-Diät: warum wir schon alles haben, was wir brauchen.“ Philosophische Rezepte für ein erfülltes Leben von Rebecca Reinhard.

MS: Was hat sich in Deinem Leben verändert, als Du Dein erstes Buch veröffentlicht hast, welche Veränderungen kamen auf Dich zu?

LM: Es war schon ein mutiger Schritt, denn ich hab mich ja ganz und gar gezeigt, wie ich bin – und auch, wie ich die wurde, die ich heute bin. Es hat mich also auch verletzlich gemacht, mich so authentisch zu zeigen. Andererseits hat es mich auch stark gemacht, denn ich hab ES einfach getan! Ich bin damit schon etwas über mich hinaus gewachsen.

MS: Wie planst Du als Autorin den Tag ein, wann hast Du die beste Zeit zum Schreiben?

LM: Ich schreibe ganz viel nachts – und ich brauche irgendwie einen Impuls – einen Gedanken, dann schreibt es fast wie von selbst … 🙂

MS: Kannst Du Dich noch an Deine erste Geschichte erinnern, die Du geschrieben hast?

LM: Oh ja, ich hab angefangen mit Gedichten … und ein Gedichtband wurde sogar veröffentlicht – aber das ist über 40 Jahre her – und heut steh ich nicht mehr dahinter … zuuu kitschig ;-)- Herz-Schmerz und so.

MS: Es passiert beim Schreiben, dass man nicht weiter kommt, wenn irgendetwas blockiert. Wie gehst Du mit einer „Schreibblockade“ um?

LM: Da ich bis jetzt nur autobiographisch geschrieben habe, kommt das selten vor. Ich krame in meinen Erinnerungen, dann fällt mir wieder eine Begebenheit ein und die schreib ich dann auf. Das in chronologischen Ablauf zu bringen ist das Schwierigste für mich … ich bin nicht gut mit Zahlen – auch nicht mit Jahreszahlen, Geburtstagen oder so … das hat echt am längsten gedauert, das in einen richtigen Ablauf zu bekommen … und es ist ja auch im Buch zum Schluss nochmal ein „Schlenker“ drin – ein Rückblick zu einer Erinnerung. Das hat übrigens viele Leser verwirrt – aber ich hab mir gedacht, das ist schriftstellerische Freiheit 😉

MS: Gibt es auch Bücher, die Du nur gezwungenermaßen gelesen hast?

LM: Ja, während meines Schauspielstudiums die ganzen Klassiker … Shakespeare und Co. sozusagen.

MS: Wen bewunderst Du am meisten?

LM: Nelson Mandela – und seine Botschaft: 
Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns erschreckt.
Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen? Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes. Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt. 
Es ist nichts Erleuchtendes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht sicher fühlen.
Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.
Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. 
Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere. Zitat Nelson Mandela

MS: Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

LM: Ich würde gerne meine Erfahrungen und Erkenntnisse aufschreiben, die mir im Leben weitergeholfen haben. Bis jetzt habe ich jedoch noch keinen Ansatz dazu gefunden … es klingt immer wie mit erhobenem Zeigefinger – und das gefällt mir nicht … Aber das kann ja noch kommen. Vielleicht kommt ja die Inspiration im Neuen zuhause in den Bergen.

MS: Wie viel „autobiografischen Anteil“ hat Dein Geschriebenes?

LM: 100 % – beide Bücher – auch „Unheilige Gedanken auf dem heiligen Weg“ – mein erster Jakobsweg quer durch Spanien – ist komplett authentisch geschrieben, wie ich es erlebt habe. Auch das Buch, das ich gerade schreibe.“Der neue Mut“ …. ich finde, so ganz authentisch geschrieben bringt es meinen Lesern am meisten … denn ich selbst bin ja oft genug hingefallen und wieder aufgestanden … und jetzt mit 60 Jahren hab ich sooo viel Lebenserfahrung, dass ich mich traue, was zu sagen 😉

MS: Hat das Schreiben Dein Leben verändert?

LM: Ja, es hat mich selbstbewusster gemacht. Ich hatte das Glück, ganz viele positive Rückmeldungen zu bekommen auf mein erstes Buch – so was stärkt den Rücken! Dafür bin ich unheimlich dankbar!!!

MS: Viele sagen, als Autor/in sollte man selbst viel lesen. Stimmst Du dem zu, wenn ja warum? 

LM: Oh ja, ich empfehle es sehr, sehr, viel zu lesen. Mich hat lesen immer geprägt … selbst die Romane von Simmel, die in meiner Jugend zu meiner Lieblingsliteratur gehörten, haben mich Dinge gelehrt und Erkenntnisse gebracht. Später habe ich kaum noch Romane gelesen, sondern ganz viel Fachliteratur aus dem Genre Self-help – Persönlichkeits-Entwicklung… und da mindestens pro Monat zwei neue Bücher. Heute höre ich auch wieder Romane via i-Pod, was ich sehr entspannend finde. Ganz begeistert bin ich gerade von Jojo Moyes z.B. „Ein ganzes halbes Jahr“ oder „Eine Handvoll Worte“ – sehr bewegend, aber auch entspannend und mit ner Botschaft dahinter … das ist es, was ich schätze …

MS: Wirst Du weitere Lesungen veranstalten?

LM: Ja, das macht mir große Freude … ich kann mich nur nicht selbst so gut vermarkten – also warte ich auf weitere Einladungen.

MS: Wie gehst Du mit negativer Kritik um?

LM: Anfangs tat es weh, negative Rezensionen auf Amazon zu lesen. Heute verstehe ich viel mehr, dass nicht alles für jeden ist … es ist sogar wichtig für mich geworden, mich mit Kritiken auseinanderzusetzen … es zeigt mir, woran ich noch arbeiten darf.

MS: Hast du ein Zitat oder ein eigenes Motto, mit welchem du dich identifizierst?

LM: Ich habe eine eigene Lebensheadline, nach der ich handle, oder mich zumindest bemühe, danach zu handeln: „Ich bringe Mut, Hoffnung und Zuversicht ins Leben von Mensch, Tier und Natur.“ – das sagt schon aus, dass ich bemüht bin, Gottes Schöpfung zu achten und Menschen großzügig zu begegnen. Mein Motto für das neue Jahr 2015 ist „grenzenloses Wohlwollen“ – das ich Menschen entgegenbringen will, und auch mir selbst 😉

MS: Verrätst Du uns am Ende unseres Interviews, an welchem Projekt Du gerade schreibst?

LM: „Der neue Mut“ (= noch Arbeitstitel) – meine berufliche Pleite und mein Comeback. Die Botschaft: nicht aufgeben! Hinfallen – wieder aufstehen – Krone richten und weitergehen.

Danke Laura, dass Du mein Gast warst!